Ein Spruch und Widerrede

Widerstand ist niemals zwecklos – keine Lösung alternativlos, wenn das Problem das gleiche bleibt.

Beispiele für Alternativen, konstruktive Vorschläge, Rückfragen an das RP Tübingen und kritische Anmerkung aus den letzten Wochen finden Sie hier.

Hier veröffentlichen wir alle uns zu diesem Zwecke zugegangenen Widersprüche, Eingaben, Stellungnahmen der Naturschutzverbände etc.

Des Jonas‘ ganze Eingabe zu Händen des Tübinger Regierungspräsidiums nebst vorzüglicher Literaturempfehlungen

Stellungnahme des Landesnaturschutzverbandes zur Endelbergtrasse – von BUND und LNV

Autsch, DER dürfte sitzen…: „Die Kostenberechnungen der geprüften (und nicht geprüften) Varianten und Bauweisen erscheinen vor dem Hintergrund der Abwägung insgesamt tendenziös. So finden wir in den Unterlagen keine abschließende Kostenberechnung zu den Varianten 3 und 3a.“

Der vollständige Text der Stellungnahme:

… der NABU-Ortsverbände… (Nehren, Dusslingen, Ofterdingen-Bodelshausen, Mössingen)….

Nicht minder schmerzhaft: „Für die Feldlerche wird vorhabenbedingt von einer erheblichen Störung im Sinne des § 44 Abs. 1 Nr. 2 BNatSchG ausgegangen. (19.5.2/S. 9). Keinesfalls kann davon ausgegangen werden, dass die Anlage von Ackerrandstreifen/ linearen Brachstrukturen in den Gewannen Räsp und Stettäcker zu einer adäquaten Kompensation der zerstörten Brutreviere führen wird.

Seit 2015 gibt es ein Rotmilan Brutrevier im Tannbachtal bei Bästenhardt zwischen Kleingartenanlage und Weiher. Im Plan ist dies nicht dargestellt, oder berücksichtigt. Die geplante Tannbachtalüberquerung sowie die Bauarbeiten könnten die Vögel erheblich stören. Nach NABU Mössingen

Aufgrund der starken Beeinträchtigungen während des Baus und der nachhaltigen Zerschneidung großflächiger Lebensräume sind Mitglieder des NABU Nehren davon überzeugt, dass die Vogelarten stark verschwinden werden. Zu befürchten ist auch, dass durchziehende Vogelarten z. B. das jetzt noch bestehende Streuobstparadies nicht mehr als Zwischenquartier nutzen werden. Das Bauvorhaben wird große Populationseinbrüche bei den Vogelarten bewirken und gefährdete Arten werden ganz verschwinden.“

Der ganze Bericht zum Lesen auf Nachfrage….

Widerspruch eines Philo-logos – Dr. Gerd Simon

Sehr geehrter Herr Tappeser,

Betr: Endelberg-Trasse
Demokratie heißt  seit der griechischen Antike unter anderem etwas aushalten zu können. Für mich heißt das auch, es über längere Zeit unentschieden zu lassen. Aber Entscheidungen aus jahrzehntealten Zeiten unrevidiert gegen neue Erkenntnisse beizubehalten, heißt für mich nicht weniger: die Zukunft in das Gefängnis der Vergangenheit zu sperren. Wenn die Umsetzung einer Entscheidung längere Zeit in Anspruch nimmt, ist es sogar ein Erfordernis, sie zu überprüfen, und wenn das nochmals ein halbes Jahr länger dauert.

Wir leben meiner Meinung nach in einer Zeit, in der es sogar für Politiker offenkundig ist, dass es Wichtigeres gibt als Verkehr, in der es dennoch möglich ist, Millionen in den Sand zu setzen, weil man nicht abwarten kann, dass erst einmal Zustimmungen z.B. in Sachen Maut vorliegen. Dabei weiß sogar der Staat, dass es mit der Umstellung auf Homeoffice zu einem Rückgang des Verkehrs kommen wird. Ich selbst habe meinen Job als Universitätslehrer weitgehend im Homeoffice verrichten können. Meine Kollegen in Freiburg, wie ich Sprachwissenschaftler, hatten stattdessen Präsenzpflicht. Ich bin heute noch der Überzeugung, dass ich meinem Job in Lehre und Forschung erfolgreicher, v.a. kreativer nachkommen konnte. Angenehme Nebenwirkung für alle: ich konnte auch den Verkehr entlasten.

Warum vergeudet man Gelder und Energie in Verkehrsobjekte, statt sie etwa ins Gesundheitssystem zu stecken. Warum bezahlt man v.a. die Pflegekräfte nicht deutlich besser als bisher. Warum denkt man nur daran, welches Krankenhaus man schließen kann.

Kurz:  hiermit gebe ich mein Votum gegen die Endelberg-Trasse am Rande meines Wohnorts Nehren ab.

Freundliche Grüße
Gerd Simon

P.S. 1: Wer so denkt, ist parteilos und 20 Jahre älter als Sie. Wenn Sie mehr über mich wissen wollen, verweise ich Sie auf meine Homepage:
http://www.gerd-simon.de/
oder auch auf einen Vortrag, den ich kürzlich im Nehrener Gemeinderat hielt. Dieser gab diesen inzwischen wieder auf seiner Homepage unter:
https://www.youtube.com/watch?v=OD4Bn7gt4Bo&feature=youtu.be

Mein Votum unterstützt meine Lebensgefährtin, die seit den 70er Jahren ein Haus in Nehren hat:
Elfriede HERMANN


Die Verkehrsprognosen
sind also auch deshalb entsprechend völlig neu zu bewerten und dabei ist nicht nur der absurd
nahe Zeithorizont 2030 als Zielmarke vorzugeben, abgesehen davon, dass die neue Trasse bis dahin
kaum fertiggestellt sein dürfte.

Seite 7 – Stellungnahme LNV


Wer uns den eigenen Widerspruch senden möchte – bitte hier:

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