Törichte Fehlplanungen!

„Bahn könnte viele Flüge ersetzen“ und „Nutzen [der Regionalstadtbahn – RSB] überwiegt Kosten“. Zwei Schlagzeilen im heutigen Tagblatt – eine Aussage: die Schiene schützt Klima, Landschaft, Heimat, Tiere und Umwelt.

„Leider!“, höre ich mein Autofahrerherz seufzen – denn entgegen der Annahme, dass Endelbergtrassengegner alle geborene Ökofreaks seien, liebe ich mein Auto. Das Brettern auf den Autobahnen werde ich vermissen, wenn Tempo 130 kommt. Dennoch würde ich mich nie dagegen aussprechen. Und wenn es sein muss, fahre ich auch Bahn, ja. Zumindest versuche ich schon jetzt, jede unnütze PKW-Fahrt zu vermeiden – dank Lockdowns habe ich gelernt, Wege zu sparen.

Denn ich bin auch Mensch, vernunftbegabtes Wesen. Und mir ist klar: wir müssen uns aus der Komfortzone unseres Alltags bewegen und die Fakten anerkennen. Wir haben keine Zeit mehr – und die Fakten zum Kreis TÜ/RT/ZAK/Neckar-Alb sind:

Nach dem Überschlag zur RSB fallen auf dem Streckenabschnitt „B27neu“ vorsichtig geschätzt 6000 PKW weg.

5000 Autos wären laut Gutachten zum B27-Bau der Zuwachs bis 2030 im Nullfall. Und wir erkennen: die Trasse ist im Baufall, für den noch mehr, nämlich 7000 bis 11000 PKW mehr vorhergesehen werden, ein Schildbürgerstreich sondersgleichen. Die Behauptung ist weiter, dass ein Großteil der Autos bei Existenz des Schindhaubasistunnels dort entlang führe – der vernunftbegabte Mensch erkennt die Zusammenhänge wohl dann selbst…

Eine törichte Fehlplanung und der Versuch, das eine zu legitimieren (wozu eigentlich? Cui bono? Wer profitiert denn von diesem Bau?) und das andere nicht zu lassen. Kein Wunder stößt Palmers Infragestellung des Schindhausbasistunnels die Fundamente des RP an und sorgt für Nervenschmerz – entfiele er, verlöre der weitere Ausbau jedweden Boden und man müsste dann schlicht und ergreifend auch öffentlich dazu stehen, den einst richtigen Zeitpunkt versemmelt zu haben. Aber nun ist es eben so – Klimawandel, EuGH, Bundesverfassungsericht und auch der wachsende Widerstand gegen den Ausbau schaffen neue Fakten.

Fakt ist deswegen auch: wer jetzt noch als Planungsbehörde, als Gutachter oder Lokalpolitiker das Projekt „B27-Ausbau“ schönredet (oder gar -rechnet!), macht sich im moralischen Sinne mitschuldig an einem vermeidbaren Zerstören unserer Heimat!

Es wird Zeit für ein neues Narrativ – das Märchen von staugeplagten Anrainerkreisen dürfte so oder so in Bälde der Vergangenheit angehören. (ak)

— oh… untenstehendes Bild, entnommen aus einer öffentlichen politischen Online-Veranstaltung, die wir besuchten, deutet an, dass da eventuell eine Art Strategie dahinter stecken KÖNNTE —

Ein Kommentar zu “Törichte Fehlplanungen!

  1. Ich wohne in Reutlingen (OH) und fahre mit dem Stadtbus ins Zentrum, der im 20-Min.-Takt verkehrt. Es gibt im Zentrum kaum kostenlose Parkplätze – außer bei Großmärkten wie Lidl. Nur für Überlandfahrten benötige ich einen PKW.
    MfG Peter Jochen

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