Das RP Tübingen zeigt sich willig: P-WC-Anlage ist Geschichte!

[edit nach Bitte um Klärung: RP steht für Regierungspräsidium und P-WC ist die Planabkürzung für „Parkplatz mit Toilettenhäuschen“]

Vorwort: ein „Etappensieg“ ist es nicht – aber ein Schritt in die richtige Richtung. Zu allem, was wir nach der heutigen PM des RP TÜ positiv bewerten, suchen Sie die Farbe grün, alles, was wir kritisch sehen, ist rot.

In der Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Tübingen erklärt dieses am 30.07.2021, dass es von der völlig überdimensionierten P-WC-Anlage am Hungergraben Abstand nimmt. Alle diejenigen, die diesen Aspekt als Einwand in ihren Widersprüchen ausformuliert haben, haben offenbar einen relevanten und bearbeitungswürdigen Fehler in den Planunterlagen erkannt. Und das, wo vor allem die Nehrener insgesamt nur je 20 Minuten Gewähr gefunden hatten, Fragen zu den Plänen zu stellen. Da erstaunt es ein wenig, dass sich das RP noch immer seiner Öffentlichkeitsarbeit rühmt. Aber sei’s drum: wir freuen uns ja, dass etwas passiert und mit dem Wegfall der P-WC-Anlage ist schonmal ein optisch und ökologisch gravierender und wirklich überflüssiger Betonfleck ad acta gelegt.

Adieu, PWC!

Zufrieden werden wir uns damit allerings nicht geben, falls das RP davon ausgegangen sein sollte, denn wo sich eine Tür schließt, öffnen sich stets neue – bei uns in Form von Fragen… allen voran diejenige, weshalb es der öffentlichen Darlegung des Rechtsgutachtens von Dr. Klinger bedurfte, um darauf aufmerksam zu werden, was fehlt… …. nun denn, nun soll ja alles in Ordnung kommen und sogar die voraussichtlichen Auswirkungen eines geplanten Radschnellweges und insbesondere die Regionalstadtbahn auf die Verkehrsprognose berücksichtigt werden. Das ist wichtig und richtig.

Warum allerdings der Prognosehorizont nur um fünf Jahre angehoben wird, somit bleibt er schon ab jetzt an der unteren geforderten Schwelle, ist für uns fraglich. Insbesondere für den Fall, dass durch diese Eingriffe der Planer in den aktuellen Planungsstand ja ebenfalls eine neue Runde der Bürgerbeteiligung durchgeführt werden müsste. Dabei hoffen wir stark darauf, dass diese anders als bisher, als tatsächliche Beteiligung durchgeführt wird.

Bei den vom RP erwähnten „zahlreichen Gesprächen“ mit Trägern öffentlicher Belange und Betroffener würde uns sehr interessieren, mit wem denn wann gesprochen wurde. Seitens des BUND, des NABU, des LNV oder der in diesem Thema seit über einem Jahr aktiven BIen sind uns solche Gespräche oder wenigstens Angebote nicht bekannt. (Kann ja mal vorkommen)

Natürlich freuen wir uns über die Streichung der P-WC-Anlage aus den bisherigen Planungen und sind auch sehr erfreut, dass weitere kritisch benannte Aspekte aus den Einwendungen offenbar zur Kenntnis genommen werden, wenngleich wir denken, dass für den Wildwegekorridor an der neuralgischen Stelle noch mehr getan werden muss.

Unserer Meinung nach müsste der Wegfall wesentlicher Planungsgrundlagen wie der P-WC-Anlage als Grundlage gelten, die gesamte Maßnahme noch einmal zu prüfen und zu planen und dabei auch Alternativen zu denken, die bisher keinen Niederschlag fanden. A propos „Niederschlag“….

Gerettet!

… fraglich ist auch woher das RP, so kurz nach dem letzten Hochwasser, die kompetente Einschätzung ableitet, dass eine Tunnellösung aufgrund des Hochwasserschutzes nicht in Frage kommt, wo doch der Rechtsgutachter der Gemeinde Nehren, Prof Dr. Remo Klinger, an den bisherigen Planunterlagen bemängelt hat, dass eben keine entsprechenden Untersuchungen durchgeführt und keine hydrologischen Gutachten erstellt wurden.

Auch lässt die aktuelle Erklärung des RP noch völlig offen, wie dieses das Planvorhaben rechtssicher mit den Klimazielen der Bundesregierung in Einklang bringen will.

Zu den weiteren in der Pressemitteilung des RP genannten Schutzgütern:

Wichtig wäre für uns zu klären, welche bestehenden Wohngebäude denn tatsächlich abgebrochen werden müssten und welche Bewohner noch dort leben und in welchem Verhältnis dies zu allen anderen Kritikpunkten steht. Denn da Ofterdingen ja selbst ein entsprechendes Pishni-Center dort zulassen würde, wirkt das Argument als solches doch ein wenig dünn….

Wir würden uns insofern sehr freuen, wenn die bislang doch sehr vagen Angaben seitens des RP einmal ganz genau und konkret gefüllt würden. Dass der zweifelsohne wichtige Denkmalschutz dem Naturschutz bei der Entscheidungsfindung übergeordnet wird, lässt unsererseits weitere Fragen offen…. doch dazu: ein anderes Mal 🙂

Heute freuen wir uns einfach über diesen ersten Schritt in die richtige Richtung, von dem wir glauben, dass es nicht der einzige bleiben wird. (ak – für bnmS)

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