Ganz persönlich – als Falknerin (in spe)…

…die (erstaunlich vielen) Leser des Blogs wissen ja nun durchaus, dass es hier nicht nur um ganz persönliche Belange geht, aber auch. Heute bin ich angehende Falknerin – und logisch: der Blick wendet sich gen Himmel, bzw.: auf die Gutachten zu betroffenen Vogelarten, insbesondere den Greifvögeln.

Zu diesen gehört der rote Milan – mit einer Flügelspannweite von bis zu 180 Zentimetern ist er einer der Größeren in Deutschland. Wer kennt ihn nicht, mit seinem leuchtend roten, gegabelten Schwanz und die die gellenden Pfiffe, die er ausstößt? Der empfindliche Greif genießt die Weite der Streuobstwiesen, denn seine bevorzugte Nahrung sind kleinere Wirbeltiere, aber auch Insekten, wie sie in intakter Fauna vorkommen, und Aas.

Rotmilane präferieren offene Landschaften, darüber fliegen sie – man sieht die Gabelschwänze hier noch recht häufig – dann auf langen Suchflügen und erspähen von oben die Beute oder auch Aas. Er BRAUCHT exakt das, was er hier noch als Lebensraum findet als Kulturfolger.

Mittlerweile untersteht der Milan (Rotmilan und Schwarzmilan) der Europäischen Vogelschutzrichtlinie – damit müssen besondere Maßnahmen für seinen Schutz ergriffen werden, da sein natürlicher Lebensraum mehr und mehr schwindet. In BW, gerade bei uns, kommt er noch häufig vor, dennoch gilt er auch hier als Naturraumart, die besondere Schutzwürdigkeit genießt. Noch gibt es ihn, denn Trassenbau gehört eben nicht zu den oben genannten Maßnahmen.

Dass es dem Rotmilan bei uns gut geht, trotz dichtester Besiedlung und stark ausgeprägter Landwirtschaft, liegt daran, dass es bislang gelang, diesen Vögeln, gemeinsam mit reichlich anderen, die unter Schutz stehen, den Lebensraum zu erhalten. Und nachdem im Gutachten steht: „Die Gesamtbewertung (siehe Karte 5.4) zeigt, dass große Teile des
Untersuchungsraumes auch nach der aktuell durchgeführten Plausibilisierung der
Vorkommen ausgewählter wertgebender Arten eine regionale (Wertstufe 7), Teile
der Waldflächen im Südwesten sogar überregionale Bedeutung (Wertstufe 8)
aufweisen.“,

…. mache ich mir erheblich Sorgen. Vielen ist, so glaube ich, nicht klar, was es bedeutet, auf Kosten der Mitwelt zu leben, weil sie diese überhaupt nicht kennen….

Ich stelle mal vor:

  • Baumfalke – streng geschützt, steht auf der Vorwarnliste, genießt als Naturraumart aus Landessicht besonderen Schutz
  • Habicht – streng geschützt, nicht akut gefährdet
  • Mäusebussard – streng geschützt
  • Schwarzmilan – streng geschützt, Naturraumart, Europäische Vogelschutzrichtlinie
  • Sperber – streng geschützt
  • Steinkauz – streng geschützt, steht auf der Vorwarnliste, Naturraumart
  • Turmfalke – streng geschützt, Vorwarnliste
  • Waldkauz – streng geschützt

…… und das sind NUR die Arten, die falknerisch für mich – also persönlich – interessant sind ……

Es STIMMT also einfach nicht, auch wenn es eine gewisse Klientel gerne betont, um das Bauvorhaben zu legitimieren (schnellere Fahrten!), dass hier unbedeutende Ackerflächen zu-asphaltiert werden sollen. Und es wird auch nicht richtiger, wenn man es mehrfach wiederholt! (ak)

Mehr zu Rotmilan und Rebhuhn hier: https://www.tagblatt.de/Nachrichten/Vom-Rotmilan-und-Rebhuhn-Retten-468803.html

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