Rosemann, geh Du voran!

Man mag sich darüber ärgern, dass der Landesverkehrsminister eine klarere Position vermissen ließ, das ist absolut angebracht, schließlich lagen Hoffnugen in dem Gespräch. Aber: zum momentanen Zeitpunkt sind ihm diesbezüglich ja tatsächlich die Hände gebunden. Und wer die Demokratie ernst nimmt, muss durchaus damit leben, dass er Beschlüsse von Vorregierungen, zumal auf Bundesebene, umsetzt, umzusetzen hat. Das Gleiche gilt für Tarek Al-Wazir in Hessen. Auch wenn wir es nicht begrüßen. Lieber sind dem Volk nämlich immer klar positionierte und vor allem mutige, realistische und um das Wohl aller (!) bedachte Politiker. Und Politikerinnen.

Nichts ist alternativlos – Frisch gewagt ist halb gewonnen

Nichtsdestotrotz verstehen wir, was da zwischen den Zeilen im Gespräch mit Winne Hermann gesagt wurde und was wir uns ja selbst schon dachten: deklariert Ofterdingen den Willen, umzuschwenken und sich für eine Tunnellösung auszusprechen, besteht die Möglichkeit, dies zu tun. Das ist anstrengend und erfordert klare Kante. Da mag man, wie Herr Rosemann von der SPD es in einem Leserbrief tut, eher die bequeme Position einnehmen wollen:

„Es gibt daher keine Alternative, die schnell an die Stelle der vorliegenden Planung treten könnte“

Martin Rosemann, Bundestagsabgeordneter SPD, Leserbrief vom 13.11.2020

Darauf kann und darf man sich als Abgeordneter natürlich zurückziehen, so lange alles so schön vage bleibt. Auch wenn wir es nicht begrüßen.

Es fragt sich: was soll „schnell“ nun angesichts der Ewigkeit einer asphaltierten Straße und der Dauer des bisherigen Prozesses von 46 Jahren denn bedeuten. Die Antwort muss Herr Rosemann schließlich seinen Wählerinnen und Wählern und nicht zuletzt eben auch sich selbst geben. Schnell geht hier nämlich ohnehin nichts, und wer so tut, als wäre das bürgerschaftliche Engagement gegen die Endelbergtrasse „schuld“ an Verzögerungen, sei gebeten, sich die Planungszeiträume anzusehen um zu erkennen: zehn Jahre dauert es mindestens, bis irgendwas umgesetzt ist. SO oder SO.

Die links gerichteten SPDler jedenfalls wird Rosemann damit sicher nicht gewinnen – die gehen, konsequenterweise, vor allem dann bei diesem Thema, weiter. Nach links. Dorthin, wo man mutiger ist.

https://i1.wp.com/www.goethezeitportal.de/fileadmin/Images/db/wiss/bildende_kunst/illustrationen/maerchenmotive_postkarten/muehlberg_schwaben/Muehlberg_Schwaben_2__907x600_.jpg
http://www.goethezeitportal.de/wissen/illustrationen/legenden-maerchen-und-sagenmotive/die-sieben-schwaben.html#Grimm

Andere Varianten – „Viktoria, Viktoria, Viktoria im Schwabenland!“

Man KANN aber auch, wie es der grüne Verkehrsminister in seiner Diskussion mit uns durchaus angedeutet hat, politisch für die SOFORTIGE Verbesserung der Ofterdinger Ortsdurchfahrt eintreten und sich – das hat er nicht angedeutet, aber das ist angesichts der eingegangenen Stellungnahmen sämtlicher Naturschutzverbände und der darin vorgebrachten Argumente schon rein aus Verpflichtung den Betroffenen in Ofterdingen gegenüber sehr sinnvoll – ZEITGLEICH für eine aus Umweltgründen mit Sicherheit ohnehin erforderliche Untertunnelung engagieren. Das ist, was der GRÜNE Bundestagsabgeordnete Chris Kühn in seinem Interview mit dem Steinlachboten getan hat. Während die SPD weiterhin darauf beharrt, es gebe keine schnelle Alternative.

Leute, das ist wahrlich eindimensional.

„Für uns war wichtig zu klären, ist denn der Tunnel technisch möglich. Wir haben die Behörden gefragt und haben die Antwort bekommen, es sei möglich. Das war für uns wichtig. Es gibt eine andere Variante als die Endelbergtrasse.“

Chris Kühn, Bundestagsabgeordneter Grüne, Interview am 13.11.2020

Fatal wird bleiben, wenn wir alle so tun als gäbe es „zwei Seiten“. Die Welt ist weder nur schwarz noch nur weiß, weder nur rechts noch nur links, weder nur oben noch nur unten. Sie ist 3D, in Farbe und bunt.

….. Wir wünschen uns wohl alle, uns morgens guten Gewissens und ohne Last selbst in die Augen schauen zu können….

Tatsache ist: GANZ so machtlos, wie sich manch ein Politiker gibt, ist er nicht. Und manches Ungeheuer, vor dem man sich fürchten mag, ist eventuell nur ein Feldhase, eine Wanstschrecke oder eine Gelbbauchunke…..

Und das WISSEN wir auch. Bald sind Wahlen. Wir sehen uns, ihr lieben Schwaben! (ak)

Schwäbisches Tagblatt/ Steinlach-Bote, 13.11.2020

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